Warum gekaufte Fans und Follower langfristig das Geschäft schädigen.

06. September 2018

 

 

 

Warum gekaufte Fans und Follower langfristig das Geschäft schädigen.

Für viele Marketingverantwortliche sind Fans und Follower nach wie vor die wichtigste Kennzahl zur Bewertung eines Accounts. Grundsätzlich ist diese Einschätzung auch richtig, denn wer von vielen Menschen abonniert wird, scheint interessante Inhalte zu bieten und weckt Vertrauen. Soweit zumindest die Theorie.
In der Praxis erleben wir aber immer wieder, dass Fans und Follower schwer für sich zu gewinnen sind und ungeduldige Marketingverantwortliche diese mal eben schnell hinzukaufen. Eine Vorgehensweise, die zunächst verlockend erscheint. Denn wie bereits erwähnt, suggeriert die Kennzahl Fans/Follower Erfolg. Und warum sollte man viel Arbeit in organisches Wachstum investieren, wenn man den Prozess mit geringem monetärem Aufwand auch stark beschleunigen könnte?

 

Nun, die Antwort auf diese Frage ist einfach: Gekaufte Fans/Follower können langfristig mehr Schaden anrichten, als sie Nutzen generieren.

 

Zunächst sollte erwähnt werden, dass der Kauf von Fans/Followern oder anderen Services, wie Bots, nicht illegal ist. Man begibt sich also nicht automatisch auf dünnes Eis, sobald man diesen Weg der Profilaufwertung in Betracht zieht. Da es sich aber nicht um einen Service handelt, der von Plattformen wie Facebook oder Instagram zur Verfügung gestellt wird, gibt es auch keine Garantien für einen Erfolg (z.B. Steigerung der Interaktionen, Umsatzsteigerung).

Im Netz gibt es zahllose Anbieter von Social Media Diensten, die Fans/Follower oder Automatismen anbieten. 100 Follower auf Instagram lassen sich bereits für unter 5 € erwerben. Tatsächlich sind die Preisunterschiede aber relativ groß. Dies liegt hauptsächlich an der Qualität der Fans/Follower. Mit Qualität ist hier die Authentizität und geographische Herkunft der Fans und Follower gemeint.
Die günstigsten Anbieter arbeiten Hauptsächlich mit Bots und Fake-Accounts. Diese werden zwar nach einiger Zeit durch die Plattformbetreiber aufgespürt und deaktiviert, sie werden aber in einer Geschwindigkeit nachproduziert, die eine Unterbindung dieser Prozesse unmöglich macht. Wenn man allerdings beabsichtigt, für Fans und Follower zu bezahlen, dürfte dies eine eher positive Nachricht sein.

 

 

 

Das Negative daran ist die nicht vorhandene Authentizität dieser Accounts. Denn diese werden nicht mit euren Beiträgen interagieren, oder für weiteres Wachstum sorgen. Das können sie schlichtweg nicht, denn sie haben meist selbst keine echten Fans/Follower. Wer sich daran stört, hat selbstverständlich die Möglichkeit „Auto-Like-Services“ dazuzukaufen. Der Fehler in dieser Denkweise ist aber mehr als offensichtlich – je mehr unechte Follower man kauft, desto mehr Likes muss man gleichzeitig dazukaufen. Ein Teufelskreis quasi.

Die teureren Anbieter hingegen bieten ihren Kunden „echte“ Fans/Follower an, die sich geographisch eingrenzen lassen und auch mit den Beiträgen interagieren. Wirklich echt sind diese Fans/Follower aber natürlich auch nicht. Die zugehörigen Accounts werden nämlich von den Anbietern bezahlt, um euch zu folgen. Bedeutet: kein echtes Interesse an euren Inhalten und somit auch keine wirkliche Steigerung der Glaubwürdigkeit oder des Umsatzes.

Die Folgen solcher Social Media Einkäufe könne gravierend sein. Eines der Hauptprobleme ist die Halbwertszeit der gekauften Aufmerksamkeit. Während alle Services den vereinbarten Zuwachs an Fans/Followern auch liefern, können sie keine Garantien für deren Langlebigkeit liefern. Das bedeutet, dass euch eure neuen Fans und Follower auf Dauer abhandenkommen werden. Um dies ausgleichen zu können – ihr ahnt es bereits – müsst ihr immer wieder nachbestellen.
Eine weitere Folge sind die möglichen Sanktionen durch die Plattformbetreiber. Wer zu viele Fans und Follower auf einen Schlag kauft, fällt auf. Und das eben nicht nur bei den Nutzern. Im schlimmsten Fall wird der Account dann gesperrt. Womit sich das eigentliche Ziel, mehr Aufmerksamkeit für die eigenen Inhalte und Produkte, in Luft aufgelöst hat.

Die schlimmsten Folgen entstehen unserer Meinung nach aber durch zugekaufte Automationsservices, die Likes und Kommentare abgeben. Zwar lassen sich Voreinstellungen bestimmen, um etwa nur bestimmte Fotos zu kommentieren/liken und auch die Kommentare selbst werden vorher definiert. Es kann dabei aber immer wieder zu teilweise peinlichen Fehlern kommen, wie etwa völlig unpassende Kommentare, oder Reaktionen auf Beiträge nicht anvisierter Zielgruppen.

Man stellt also fest, dass das Zukaufen von Fans und Followern zum einen risikobehaftet ist und zum anderen einen nicht enden wollender Kreislauf aus Käufen auslösen kann. Warum also gehen Marketer diese Risiken ein? Einerseits sind es die Fans und Follower als wichtiger KPI. Dass Accounts mit vielen Fans/Followern es leichter haben, Wachstum zu generieren, ist bekannt. Doch am Anfang startet jeder Account bei Null. Daher liegt es nahe, sich in der Anfangsphase das Leben etwas zu erleichtern. Gerade Influencer stehen hier unter großem Druck, denn je höher die Anzahl an Fans/Followern, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines Engagements durch eine Firma.
Andererseits sind es aber auch die Plattformen selbst, die durch ihre Richtlinien ein derartiges Verhalten fördern. So kann man bei Instagram mit einem Business-Account beispielsweise erst ab 10k Followern externe Links in seine Storys einfügen.

 

 

 

Wir selbst können den Zukauf von Followern, Fans und Automationsservices nur bedingt empfehlen. Natürlich ist es verlockend, wenn sehr hohe Ziele gesteckt werden, zum Beispiel ein Wachstum von 20k über einen gewissen Zeitraum zu erreichen, etwas nachzuhelfen. Und wenn man dies in kleinem Maße betreibt, fällt es sicher auch nicht sofort auf. Aber früher oder später wird auch die Qualität der Fans und Follower wichtig. Zum Beispiel bei konkreten Werbeangeboten oder Beiträgen die zur Partizipation aufrufen. Und wenn diese Qualität nicht gegeben ist, springen auch die echten Fans und Follower gerne ab.

Menschen langfristig und mit Mehrwert zu unterhalten, bleibt nach wie vor eine Herausforderung für alle Marketer. Und wir finden das eigentlich auch gut. Denn nur relevante Inhalte sind ein Garant für langfristiges Wachstum in den sozialen Medien.

Zurück

Kundenservice über Social Media?

Soziale Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Interessant und neu ist, dass wir Social Media deutlich öfter dazu nutzen, …

Artikel lesen
Chatbots - Kommunikation mit Robotern

Wie arbeiten Chatbots und wie werden sie angewendet? Brauchen Unternehmen Chatbots? In unserem Artikel über Messenger-Marketing haben …

Artikel lesen
Do it for the Vine: Der Aufstieg und Fall Sozialer Netzwerke

Wir blicken zurück auf „gefallene“ Plattformen und erklären, wie es dazu kam und was wir daraus lernen können.

Artikel lesen
Native Advertising - starke Werbung

Was sind eigentlich "Native Ads"? Wie verhält es sich hier rechtlich? Native Ads, also „heimatliche“ Werbeanzeigen sind  so …

Artikel lesen
Die wichtigsten KPIs für Social Media

Auch für Social Media Manager gibt es Kennzahlen, um Leistung zu messen und zu beurteilen, wie einzelne Entscheidungen die Performance …

Artikel lesen
Press Play: Podcasts im Marketing

Studien zufolge hört 2018 jeder fünfte Deutsche regelmäßig Podcasts – acht Prozent mehr als noch im Jahr 2016. Dahinter steckt für die …

Artikel lesen
SEO - Suchmaschinenoptimierung für Anfänger

SEO kann sehr komplex sein aber schon mit einfachsten Mitteln ist es möglich im Natural Listing weiter nach oben zu rutschen. Hier findet …

Artikel lesen
Die Macht von Micro-Influencern

Vergangene Woche war unser Thema „Influencer-Marketing“. Hierbei gaben wir euch Tipps, wie man für sich den richtigen Influencer finden …

Artikel lesen
Wie finde ich den richtigen Influencer

Influencer-Marketing ist in aller Munde. Und das zu Recht: Die Meinungsmacher beeinflussen besonders jüngere Generationen. Etwa 60 % der 14 …

Artikel lesen
Meme-Marketing: so geht’s richtig

Memes gehören zur Netzkultur. Das ist unbestreitbar. Die ersten Memes tauchten in den 1990er Jahren auf, wie etwa in Form von „Dancing Baby“ …

Artikel lesen
I blog, you blog, we blog

Blogs sind fast so alt wie das Internet selbst. In der dynamischen Zeit des Web 2.0 und aufgrund des Überangebots von Möglichkeiten, könnte …

Artikel lesen
Gebt ihnen eine Stimme – Chancen und Risiken des Voice Search Marketing

Sprachbefehle gewinnen zunehmend an Bedeutung. Bereits jetzt besitzen knapp 45 Millionen US-Amerikaner einen „Smart-Speaker“ und die …

Artikel lesen
Messenger-Marketing: One-to-One - Kommunikation in Echtzeit

Facebook hat Myspace verdrängt, Streamingdienste lösen lokale Datenträger und Kabelfernsehen ab und Messenger haben die SMS in Rente …

Artikel lesen
Marketing-Automation bei E-Mails

Alle wollen ihre Prozesse automatisieren. Über diesen frommen Wunsch hinaus, wird allerdings häufig vergessen, dass sich nicht alle …

Artikel lesen
Marketing-Automation

Die produzierende Industrie beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten damit, wie sich Prozesse automatisieren lassen. Doch auch im Marketing …

Artikel lesen
Warum gekaufte Fans und Follower langfristig das Geschäft schädigen.

Für viele Marketingverantwortliche sind Fans und Follower nach wie vor die wichtigste Kennzahl zur Bewertung eines Accounts. Grundsätzlich …

Artikel lesen
18 Fehler im Facebook Marketing - Teil 2

Hier kommt der zweite Teil der 18 Fehler im Facebook Marketing.

Artikel lesen
18 Fehler im Facebook Marketing - Teil 1

Neben E-Mail-Marketing sind es nach wie vor die sozialen Netzwerke, die einen direkten Kundenkontakt ermöglichen und für Marketer deshalb …

Artikel lesen
Strategische Unternehmensziele mithilfe von KPIs messbar machen – Webanalyse Teil 3

Dass nachhaltige Kundengewinnung und -bindung die Eckpfeiler des Unternehmenserfolgs sind, ist kein Geheimnis. Doch wie können wir diese …

Artikel lesen
Die 5 besten Tools zum Erstellen von Grafiken

Egal ob im Meeting, auf der Website oder sogar schon in der Schule: Wer komplizierte Sachverhalte anschaulich erklären möchte, setzt auf …

Artikel lesen
Marketing Trends 2018 – Recap

Wie jedes Jahr präsentierten Business Insider zum Jahresbeginn ihre Trendvorhersagen für 2018. In diesem Artikel prüfen wir die Fakten: …

Artikel lesen
Webanalyse für Einsteiger Teil 2: Wie finde ich das richtige Tool?

Im letzten Artikel haben wir die 7 gängigsten KPIs für die Analyse von Websites vorgestellt. Heute beschäftigen wir uns mit der Frage: …

Artikel lesen
KPIs für Websites: Webanalyse für Einsteiger – ein Überblick.

Wir alle wissen, dass die Auswertung von Nutzerdaten einen immensen Einfluss auf zukünftige Erfolge hat. Wir wissen auch, dass Analysetools …

Artikel lesen
5 Wege um mehr Traffic zu generieren

Wenn man erfolgreiche Marketer fragt, was für sie die größte Hürde beim Aufbau eines Online Business ist, so werden viele antworten: …

Artikel lesen
Emoji Marketing: Interaktion durch Piktogramme

Wisst ihr,  was das Schönste an der Marketingbranche ist? Man setzt einfach ein Wort oder eine Methode vor das Wort „Marketing“- und …

Artikel lesen
Come in we're open!

Willkommen auf unserem brandneuen Blog. Bereit für tiefe Einblicke in bytecontent und Expertenwissen aus erster Hand? Wir liefern in Zukunft …

Artikel lesen
Pain Points in der Customer Journey beim Automobilkauf

In der Vergangenheit war die Automobilindustrie stark geprägt durch technologische Entwicklungen. Heute unterliegt sie einem klaren …

Artikel lesen
Analog als Trend – Das Comeback des Zeitungskiosks

Sonntagmorgen – die Welt schläft. Am Zeitungskiosk herrscht gähnende Leere. Ein paar Tauben streiten sich um die Überreste eines längst …

Artikel lesen
Augmented und Virtual Reality

Virtual Reality vs. Augmented Reality: Begrifflichkeiten  

Artikel lesen
E-Mail Marketing

Der Versand von E-Mails bzw. Newslettern dient der Kundengewinnung, aber auch der Kundenbindung. Viele Unternehmen setzen den Versand von …

Artikel lesen
Leadgenerierung

Leadgenerierung generiert aus unbekannten, potentiellen Zielgruppen im ersten Schritt persönlich identifizierte Leads und abschließend …

Artikel lesen
Die Wirkung von Content ist messbar
Ist das jetzt Content?

Dass Content King ist, wissen wir schon lange, denn wir haben ihn gemacht, bevor er King wurde :) Doch sprechen wir alle vom Gleichen, wenn …

Artikel lesen
Unser bytecontent Lexikon

Von A wie AIDA bis Z wie Zielgruppe: In unserem bytecontent Marketing-Lexikon erläutern wir Ihnen kurz und verständlich die wichtigsten Fachbegriffe.

Zum Marketing-ABC

Karriere

Sie möchten in Ihrem Job etwas bewegen? Dann sind Sie bei der bytecontent GmbH genau richtig.
Für die Details bitte einmal hier entlang:

Aktuelle Jobangebote

Standorte

Nürnberg
Hauptmarkt 16
90403 Nürnberg
Telefon 0911/211 47 09-0
redaktion@bytecontent.de

Würzburg
Schweinfurter Str. 9
97080 Würzburg
Telefon 0931/20 51 0-0
info@bytecontent.de

 

Datenschutz
Impressum

Copyright 2019 © bytecontent