I blog, you blog, we blog

11. Oktober 2018

Blogs sind fast so alt wie das Internet selbst. In der dynamischen Zeit des Web 2.0 und aufgrund des Überangebots von Möglichkeiten, könnte man annehmen, dass Blogs heutzutage keine Relevanz mehr hätten. Warum das nicht der Fall ist, erklären wir heute.

Dass das Bloggen so beliebt wie eh und je ist, zeigt sich beispielsweise an der Geschichte der Micro-Blogging Plattform Open Diary: 1998 war sie der Vorreiter der heutigen Sozialen Medien und vernetzte Blogger. 2014 ging die Seite offline, aber die treue Userbase konnte sich 2018 über einen Relaunch freuen – etwa 3.000 User meldeten sich zurück. Auch „offline“ finden Blogs immer mehr Anerkennung: Die Deutsche Nationalbibliothek vergibt ISSNs und dokumentiert somit Blogs genau wie Zeitschriften als fortlaufende Publikationen.

Einen Blog zu führen ist einfacher als je zuvor.

Seiten wie Blog Spot, Wordpress oder Tumblr geben dem Blogger unzählige Möglichkeiten, die Seiten zu individualisieren. Mit ein paar Mausklicks können sowohl Hintergrund und Schriftart als auch Layout geändert werden. Wem das zu wenig ist, der kann auf HTML und CSS-Codes zugreifen und diese anpassen. So kann für jeden erdenklichen Blog das passende Design gefunden oder erstellt werden. Aber auch abseits der gängigen Plattformen gibt es inzwischen viele userfreundliche Tools, um einen eigenen Blog zu bauen.

 

 

 

 

 

 

 

Auch für Unternehmen sind Blogs interessant.

Mit den Bloggern wuchs eine neue Generation von Meinungsmachern heran. 2017 haben beinahe 70 % der deutschen Unternehmen Budget für Influencer Marketing eingeplant. Auch wenn die „Stars“ unter den Plattformen YouTube und Instagram sind, führen viele Influencer zusätzlich Blogs, da sich die Langlebigkeit gegenüber Instagram-Posts durchsetzt.

Zudem betreiben Unternehmen selbst Blogs – als modernes Tool der Kundenbindung. Corporate Blogs werden immer beliebter, haben aber auch Tradition: Daimler bloggt beispielsweise seit mehr als 10 Jahren. Wie auch bei privaten Blogs gilt es eine Nische zu finden, die für die Zielgruppe ansprechend ist. Das kann letztendlich der Rezeptblog einer Supermarktkette sein, die Dokumentation der Arbeit hinter der Bühne eines Theaters oder – wie im Falle Daimler – die Mitarbeiter selbst zu Markenbotschaftern zu machen. Für Kleinunternehmen oder im B2B-Sektor können Blogs positiv zur Leadgenerierung beitragen.

Soll ich also jetzt Blogger werden?

Das Bloggen hat sich seit mehr als 20 Jahren bewährt und macht auch keine Anstalten allzu bald von unseren Bildschirmflächen zu verschwinden. Um als Unternehmen in der Blogosphäre nicht verloren zu gehen, muss man sich klar machen, wer mit dem Blog erreicht werden soll – und natürlich auch warum. Nicht jede Zielgruppe ist für Online-Medien empfänglich. Die meisten Leser sind zwischen 21 und 35 Jahre alt, und Frauen lesen etwas mehr. Ganz wichtig ist zu definieren: Was will ich erreichen? Eine Absatzsteigerung?  Leads gewinnen? Den Kunden ein Forum bieten? Warum? Basierend auf der Zielsetzung sollten die Blogbeiträge durchgängig gestaltet werden.

 

Übrigens: Viele Unternehmen bloggen in regelmäßigen Abständen, beispielsweise einmal pro Woche, an einem fixen Tag. So wie wir am Blogs-Day :)

 

Um einen Post ansprechend zu gestalten, helfen Bilder, Grafiken und Zwischenüberschriften. Das vereinfacht die Lesbarkeit, denn Text wird besonders auf Smartphones oft einfach überflogen. Was aber nicht vergessen werden sollte, ist der Zeitaufwand. Für einen Blogpost – der üblich etwa 1050 Wörter zählt – werden durchschnittlich mehr als drei Stunden Zeit investiert.

Ob sich der Aufwand bezahlt macht, zeigen Auswertungen. Bei den Klicks zählt vor allem die Summe der Unique Visitors - mehr noch als die Seitenaufrufe selbst. Auch die Klicks auf Links aus dem Beitrag können den Erfolg bewerten. Wie lange sich Nutzer letztendlich auf der Seite aufhalten, ist ebenfalls wichtig – hunderte Besucher, die sich alle nur sekundenlang aufhalten, können ein Anzeichen für schlechte Beiträge sein. Hier hilft es, sich durch einfaches Ausprobieren und Beobachten an die Präferenzen der Zielgruppe heranzutasten und so herauszufinden, welche Art von Artikel, Überschriften oder Posting-Zeiten am besten funktionieren. Ein Geheimrezept für den perfekten Blogpost gibt es nicht.

Solange man sich also seiner Zielgruppe und Strategie bewusst ist, regelmäßig bloggt und am Puls der Zeit bleibt, steht dem Bloggen nichts im Weg.

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