Emoji Marketing: Interaktion durch Piktogramme

30. Mai 2018

Emoji Marketing: Interaktion durch Piktogramme

Wisst ihr, was das Schönste an der Marketingbranche ist? Man setzt einfach ein Wort oder eine Methode vor das Wort „Marketing“- und schon hat man einen neuen Begriff. Aber Spaß beiseite. Emoji Marketing ist weder komplett neu, noch eine Erfindung von mir. In diesem Artikel möchte ich euch etwas über die Vorteile von Emoji in diversen Marketingmaßnahmen berichten.

Beginnen wir bei den Ursprüngen. Der Begriff Emoji hat, anders als man es vermuten könnte, nichts mit Emotionen zu tun. Tatsächlich stammt das Wort aus dem Japanischen und ist eine Verbindung der Wörter Bild (e, 絵) und Schriftzeichen (moji, 文字). Es bedeutet also lediglich Piktogramm.

Neben den offensichtlichen Vorteilen, nämlich Texte zu verkürzen und/oder persönlicher wirken zu lassen, bieten Emoji weitere Pluspunkte für die Werbeindustrie. Immerhin haben wir es hier mit einer der am schnellsten wachsenden (nicht gesprochenen) Sprachen in der Geschichte der Menschheit zu tun!

Doch wie machen sich Marketer Emoji zu Nutze, um ihre Maßnahmen erfolgreicher werden zu lassen? Abseits privater Interaktionen, sind Emoji besonders auf Twitter sehr beliebt. Speziell der Aspekt der Textreduzierung kommt hier zum Tragen. Denn auch wenn Twitter Ende 2017 die maximale Zeichenanzahl an für einen Tweet von 140 auf 280 verdoppelt hat, so müssen wir Nutzer uns trotz allem sehr kurz fassen. Diesen Nachteil versuchten bereits einige Firmen durch Emoji auszugleichen. So verfassen Genereal Electric, Chevrolet oder auch McDonald’s viele Tweets mit Emoji oder teilweise komplett in Piktogrammen. Den emotionalen Aspekt machte sich der WWF mit seiner Kamagne #EndangeredEmoji zu eigen, die 2015 startete. Hierfür wurden 17 Tierpiktogramme von bedrohten Tierarten gewählt und jeder Nutzer konnte einen kleinen Betrag zu spenden, sobald er diese Emoji in seinen Tweets verwendete.

Emoji werden aber auch in allen anderen sozialen Netzwerken verwendet. Dies sorgt nachweislich für mehr Interaktionen zu den Beiträgen. Speziell bei Facebook ist dies für Unternehmen von großer Bedeutung, da durch neue Algorithmen die organische Reichweite stetig abnimmt. Post mit Emoji werden aber häufiger geliket, kommentiert und geteilt, was wiederum die Reichweite erhöht. Auch auf Instagram geht man von einer gesteigerten Interaktionsrate von knapp 15% aus, sobald ein Post Emoji beinhaltet.

Ein weiteres Beispiel ist die Vermarktung des Filmes Deadpool. Hier wurden Emoji aus der digitalen Welt herausgezogen und für analoge Werbemaßnahmen genutzt. Angeblich entstand diese Emoji-Kombination aus internen Chatverläufen des Teams, welche für brillant befunden und deshalb so umgesetzt wurden.

Was können wir nun also abschließend über Sinn und Zweck von Emoji-Marketing festhalten? In erster Linie möchte man dadurch die Brand Awareness steigern. Marken erhalten mehr Aufmerksamkeit, generieren dadurch Interesse und im besten Fall lassen sich potentielle Kunden zur Interaktion animieren. Die gesteigerten Interaktionen können ebenso als CE (Customer Engagement) aufgefasst werden. Darüber hinaus bietet die gesteigerte Interaktionsrate Gelegenheit, um Social Signals besser und schneller zu erkennen. Dies wiederum ermöglicht es uns Marketern schneller auf Trends und Stimmungen zu reagieren und den Content zielgruppengerecht anzupassen. Emoji sind also nicht nur ein netter Zusatz, sie lassen sich auch skalieren und für kundenorientierte Kampagnen nutzbar machen.

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